19. Mai 2012
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FORUM SOZIALE DEMOKRATIE
5. Forum Soziale Demokratie: Man muss sich kümmern!

"Zu viele Menschen in Gladbeck leben in Armut oder an der Grenze der Armut", findet die SPD in Gladbeck. Deshalb stand dieses Thema im Mittelpunkt des 5. Forums soziale Demokratie am Freitag, 24. April im Fritz-Lange-Haus.

Nach der Begrüßung von Jens Bennarend (Vorsitzender SPD Gladbeck) nahmen an der Diskussionsrunde teil: Michael Gerdes (SPD-Bundestagskandidat), Rainer Weichelt (Sozialdezernent), Norbert Dyhringer (Sozialausschuss), Walter Hüßhoff (IGBCE), Andreas Hottkowitz (AfA), Roger Kreft (DGB). moderiert wurde die Runde von Karlheinz Weisbrodt (stellv. Vorsitzender SPD Gladbeck) in Form einer offenen Diskussion mit dem Publikum.

Es klingt so simpel:" Sich kümmern ist soziale Politik." Aber die Fürsorge für eine so bunt gemischte Stadtgesellschaft wie die hiesige ist wohl eine der herausforderndsten Aufgaben der Zukunft. Dies ist ein Fazit der Diskussion beim 5. Forum soziale Demokratie der SPD mit dem breit gefassten Thema "Arbeit und Soziales".

Gerade in einer Stadt wie Gladbeck, die von den Verfassern des Familienberichts erfahren hat, dass 42 Prozent der Gladbecker arm sind oder an der Grenze zur Armut leben, brauche es eine "integrale Sozialpolitik" formulierte Sozialdezernent Rainer Weichelt. Und meint damit, dass dieses Kümmern schon weit vor der Geburt des Kindes beginnen muss und die Schaffung von Bildungsvoraussetzungen erfordert, die hernach den Eintritt in die Gesellschaft ermöglichen. Darin habe die Stadt "riesigen Nachholbedarf."

Aber sie hat auch Kümmerer: Wie Walter Hüßhoff und die IGBCE-Info-Knappen, die Hauptschüler unter ihre Fittiche nehmen und nicht nur bei der Berufsfindung helfen, sondern mit der Erprobung eines Theaterstückes Anerkennung und Bestätigung geben.

"Auch die SPD war einmal die Partei der Kümmerer", sagt einer aus dem Publikum mit Bedauern. Viel Nähe sei verloren gegangen in den letzen Jahren. Eine Teilnehmerin fügt hinzu: "Deutschland hat sich verändert, die Bürger haben den Glauben verloren, auch in die Politik. Politiker sind keine Volksvertreter mehr, sie sind Regierungsvertreter." Der, den sie anspricht, will erst noch einer werden: Michael Gerdes, der Bundestagskandidat der SPD. Er versteht die Mahnung und hat Antworten. "Man muss zuhören."

Antworten hat er auch für Bahtiyar Ünlütürk, der die Frage nach der Integration stellt und dieses wichtige Thema in der Runde vermisst. "Wir werden mehr, ihr werdet weniger", warnt der stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende die eigenen Genossen, die allerdings jüngst eine Projektgruppe gegründet haben.

"Positive Seilschaften bilden, wie es sie früher gab" ist ein Stichwort, das der Sprecher des Sozialausschusses Norbert Dyhringer in die Runde wirft. "Menschen stärken, damit sie selbst klarkommen", beschreibt Rainer Weichelt seine Vorstellung von sozialer Politik. Es gibt viel zu tun.

(Quelle: WAZ Lokalteil Gladbeck)


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